Wäldletobel: Bau der Arlbergbahn
Klösterle war maßgeblich von der Arlbergbahn geprägt
Die ersten Pläne für die Errichtung einer Eisenbahnverbindung über den Arlberg reichen in die 1840er Jahre zurück. Besonders der Feldkircher Industrielle und Handelskammerpräsident Carl Ganahl setzte sich vehement für den Bau einer Bahn ein, die Vorarlberg und Tirol miteinander verbinden sollte. Konkrete Planungen hinsichtlich der Streckengestaltung und –ausführung begannen in den 1860er Jahren und erhielten durch den Bau der Vorarlberger Bahn, die von Lindau bis Bludenz reichte, zusätzlichen Auftrieb. Was folgte, war ein acht Jahre dauerndes Ringen – eine „parlamentarische Leidensgeschichte“ – wie es ein Autor formulierte. Verschiedene Varianten der Trassenführung wurden konzipiert und wieder verworfen, bis schließlich die Lösung eines Tunnels zwischen Langen und St. Anton den Vorzug erhielt. Die Gesetzesvorlage zum Bau der Eisenbahnverbindung zwischen Innsbruck und Bludenz wurde 1880 vom Reichsrat sanktioniert und durch Kaiser Franz Joseph unterzeichnet.
Baudirektor der Arlbergbahn war der 1836 in Wien geborene Julius Lott. Er verstarb jedoch schon 1883, eineinhalb Jahre vor der Beendigung der Arbeiten (an Tuberkulose, nicht wie vielfach behauptet durch Selbstmord). Die 136,6 Kilometer lange Bahntrasse von Innsbruck nach Bludenz wurde in eine 72,8 Kilometer lange Talstrecke Innsbruck–Landeck, eine 27,7 Kilometer lange Ostrampe Landeck-St. Anton, eine 10,3 Kilometer lange Scheitelstrecke St. Anton-Langen (den Arlbergtunnel) und eine 25,8 Kilometer lange Westrampe Langen-Bludenz unterteilt.
Die Arbeiten für den Arlbergtunnel wurden in St. Anton am Arlberg und Langen am Arlberg bereits im Juni 1880 aufgenommen. Der Durchbruch des Richtstollens im Arlbergtunnel gelang am 19. November 1883, wesentlich früher als geplant. Im letzten Baujahr erfolgte vor allem der Bau der Rampenstrecken, bis schließlich am 3. September 1884 erstmals ein Zug die Strecke von Landeck nach Bludenz befahren konnte. Die feierliche Eröffnungsfahrt durch Kaiser Franz Josef erfolgte am 20. September 1884 und bereits am darauffolgenden Tag begann der planmäßige Betrieb der Arlbergbahn.
Mindestens ebenso wichtig wie die landschaftlichen Veränderungen, welche der Bau der Arlbergbahn mit sich brachte, sind die sozialen Einschnitte, die mit dieser Großbaustelle einhergingen. Die Zahl der beim Arlbergtunnel auf der Seite von Langen beschäftigen Arbeiter erreichte im Oktober 1883 einen Höchststand mit 2.689 Mann. An der Westrampe zwischen Langen und Bludenz betrug der Spitzenwert im Juni 1884 4.829 Mann. Zum Vergleich hatte die Bevölkerungszahl von Klösterle 1869, also ein gutes Jahrzehnt vor Baubeginn, gerade einmal 526 Personen betragen. Aus diesen Zahlen kann man die gewaltigen Herausforderungen herauslesen, denen sich die Bevölkerung der Gemeinde angesichts der Tunnel- und Bahnbaustelle stellen musste. In Langen entstand eine eigene Arbeitersiedlung aus Wohnhäusern und Baracken. In Stuben, Klösterle und Danöfen wurden ganze Arbeiterfamilien in Privatquartieren untergebracht. Das wirtschaftliche Leben florierte nicht zuletzt durch die Eröffnung zahlreicher Gasthäuser und Kneipen.
Klösterle war maßgeblich von der Arlbergbahn geprägt
Die ersten Pläne für die Errichtung einer Eisenbahnverbindung über den Arlberg reichen in die 1840er Jahre zurück. Besonders der Feldkircher Industrielle und Handelskammerpräsident Carl Ganahl setzte sich vehement für den Bau einer Bahn ein, die Vorarlberg und Tirol miteinander verbinden sollte. Konkrete Planungen hinsichtlich der Streckengestaltung und –ausführung begannen in den 1860er Jahren und erhielten durch den Bau der Vorarlberger Bahn, die von Lindau bis Bludenz reichte, zusätzlichen Auftrieb. Was folgte, war ein acht Jahre dauerndes Ringen – eine „parlamentarische Leidensgeschichte“ – wie es ein Autor formulierte. Verschiedene Varianten der Trassenführung wurden konzipiert und wieder verworfen, bis schließlich die Lösung eines Tunnels zwischen Langen und St. Anton den Vorzug erhielt. Die Gesetzesvorlage zum Bau der Eisenbahnverbindung zwischen Innsbruck und Bludenz wurde 1880 vom Reichsrat sanktioniert und durch Kaiser Franz Joseph unterzeichnet.
Baudirektor der Arlbergbahn war der 1836 in Wien geborene Julius Lott. Er verstarb jedoch schon 1883, eineinhalb Jahre vor der Beendigung der Arbeiten (an Tuberkulose, nicht wie vielfach behauptet durch Selbstmord). Die 136,6 Kilometer lange Bahntrasse von Innsbruck nach Bludenz wurde in eine 72,8 Kilometer lange Talstrecke Innsbruck–Landeck, eine 27,7 Kilometer lange Ostrampe Landeck-St. Anton, eine 10,3 Kilometer lange Scheitelstrecke St. Anton-Langen (den Arlbergtunnel) und eine 25,8 Kilometer lange Westrampe Langen-Bludenz unterteilt.
Die Arbeiten für den Arlbergtunnel wurden in St. Anton am Arlberg und Langen am Arlberg bereits im Juni 1880 aufgenommen. Der Durchbruch des Richtstollens im Arlbergtunnel gelang am 19. November 1883, wesentlich früher als geplant. Im letzten Baujahr erfolgte vor allem der Bau der Rampenstrecken, bis schließlich am 3. September 1884 erstmals ein Zug die Strecke von Landeck nach Bludenz befahren konnte. Die feierliche Eröffnungsfahrt durch Kaiser Franz Josef erfolgte am 20. September 1884 und bereits am darauffolgenden Tag begann der planmäßige Betrieb der Arlbergbahn.
Mindestens ebenso wichtig wie die landschaftlichen Veränderungen, welche der Bau der Arlbergbahn mit sich brachte, sind die sozialen Einschnitte, die mit dieser Großbaustelle einhergingen. Die Zahl der beim Arlbergtunnel auf der Seite von Langen beschäftigen Arbeiter erreichte im Oktober 1883 einen Höchststand mit 2.689 Mann. An der Westrampe zwischen Langen und Bludenz betrug der Spitzenwert im Juni 1884 4.829 Mann. Zum Vergleich hatte die Bevölkerungszahl von Klösterle 1869, also ein gutes Jahrzehnt vor Baubeginn, gerade einmal 526 Personen betragen. Aus diesen Zahlen kann man die gewaltigen Herausforderungen herauslesen, denen sich die Bevölkerung der Gemeinde angesichts der Tunnel- und Bahnbaustelle stellen musste. In Langen entstand eine eigene Arbeitersiedlung aus Wohnhäusern und Baracken. In Stuben, Klösterle und Danöfen wurden ganze Arbeiterfamilien in Privatquartieren untergebracht. Das wirtschaftliche Leben florierte nicht zuletzt durch die Eröffnung zahlreicher Gasthäuser und Kneipen.