2 Erwachsene

Zimmer 1

Meine Unterkunft

2 Erwachsene

Stadtflair & Naturgenuss
in der Alpenstadt Bludenz

  • Mittelpunkt von fünf Tälern
  • Kultur und Geschichte spüren
  • Bewegung in der Natur
  • Marktplatz für Entdecker

Zeit für Entdeckungen.
Gemeinsam im Brandnertal.

  • Aktiv Natur erleben
  • Wertvolle Familienzeit
  • Regionale Kulinarik genießen
  • Vielfalt auf kleinem Raum

Intensive Naturerlebnisse
im Klostertal spüren

  • Bergwelten spüren
  • (Wasser-) Plätze zum Innehalten
  • Individuelle Freiräume entdecken
  • Sportlich unterwegs am Fuße des Arlbergs

Genussvolle Gelassenheit
im Großen Walsertal

  • Naturjuwele des Biosphärenparks entdecken
  • Loslassen, ankommen, staunen
  • Regionale Köstlichkeiten probieren
  • Herzliche Gastgeber kennenlernen

Zimmer 1

Zwei Tage pures Bergglück im Rätikon

Leibersteig, Hüttenübernachtung und Gipfelsieg – ein ganz besonderes Sommerhighlight

Den Gipfel der Schesaplana kennen wir bereits von früheren Bergtouren im Rätikon. Für dieses Jahr haben wir uns eine besondere Tour ausgesucht: die Besteigung der Schesaplana über den Leibersteig mit Übernachtung auf der höchst gelegenen Alpenvereinshütte in Vorarlberg, der Mannheimer Hütte.

Dieses Unternehmen der zweitätigen Bergtour startet für uns an einem Dienstag am Parkplatz in Brand Innertal. In den Wochen zuvor haben wir diese Hüttenwanderung genau geplant, die Schlafplätze reserviert und den Wetterbericht beobachtet. Noch einmal einen Blick in den Rucksack, ob auch alles eingepackt ist und dann geht es auch schon los! Und das bei bestem Wetter und angenehmen Temperaturen.

Ganz gemütlich starten wir mit dem Aufstieg ins Zalimtal. Schon bald führt uns der Weg über breite Alpwiesen und den Güterweg hinauf zur Oberzalim Hütte. Die ersten Höhenmeter dieser Tour liegen bereits hinter uns – perfekt also für eine kleine Erfrischung und eine kurze Pause auf der Hütte. Wir blicken hinauf Richtung Leibersteig und studieren den Weiterweg Richtung Mannheimer Hütte. Durch diese steile Felswand soll ein alpiner Steig nach oben führen? Wir sind etwas aufgeregt und für kurze Zeit macht sich ein leicht mulmiges Gefühl breit.

Direkt oberhalb der Hütte zweigt der Leibersteig ab. Wir schnüren nochmals unsere Bergschuhe ganz fest und machen uns wieder auf den Weg. Dieser alpine Steig ist nicht ganz einfach – Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind auf jeden Fall erforderlich – mit ausreichend alpiner Erfahrung jedoch gut machbar. Schwierige Passagen sind mit Tritten versehen und mit Seilen versichert – das beruhigt uns. Jeder Schritt bringt uns ein Stück weiter nach oben über diese Felswand mit zahlreichen exponierten Stellen. Speziell durch die ausgesetzte Lage können wir während des Aufstieges sagenhafte Ausblicke genießen. Nur noch ein kurzes Stück und wir erreichen das Hochplateau oberhalb des Brandner Gletschers. Unsere Augen richten sich auf den Panüeler Kopf auf der rechten und die Mannheimer Hütte auf der linken Seite. Auch der Blick auf die Schesaplana und die Reste des einst mächtigen Brandner Gletschers ist überwältigend. In wenigen Minuten erreichen wir die urige Mannheimer Hütte und gönnen uns einen ersten erfrischenden Radler – natürlich mit sensationeller Aussicht.

Wir treffen auf viele gleichgesinnte Bergwanderer, die eine angenehme Hüttenatmosphäre schätzen und lieber etwas abseits der stark frequentierten Bergwanderwege unterwegs sind. Nach einem fantastischen Abendessen in der Hütte ziehen wir nochmals kurz unsere warmen Wollsocken aus und unsere Bergschuhe an, um den Sonnenuntergang in den Bergen zu erleben. Die Lage der Hütte ist perfekt – es gibt kaum einen schöneren Ort, um die letzten Sonnenstrahlen des Tages zu erhaschen. Die Berge erstrahlen in einem tiefen Orange-Rot – unglaublich, welche Farben die Natur an den Himmel zaubert.

Noch einmal kurz in die Gaststube und dann heißt es auch schon: Hüttenruhe. Wir beziehen unsere Lager-Schlafplätze, lassen den Tag nochmals Revue passieren und schlafen dann, gut eingepackt in unseren Hüttenschlafsack, ein. Recht früh – so gegen 07:30 Uhr – starten wir in den neuen Tag. Nach einem ausgiebigen und sehr schmackhaften Hüttenfrühstück und einer heißen Tasse Tee packen wir unsere Sachen wieder und machen uns für die Gletscherüberquerung und unsere Gipfelbesteigung fertig.

Früher, als der Gletscher noch mächtiger war, führte der Weg direkt zur Schesaplana, das hat uns gestern Abend der Hüttenwirt erzählt. Man sieht es auch noch auf den Bildern, die in der Gaststube der Hütte hängen. Leider ist das aufgrund der Gletscherschmelze nicht mehr möglich. Wir starten daher bergab, über Felsen und Schotter, direkt zum Brandner Gletscher. Diesen gilt es nun zu queren. Zur besseren Orientierung wurde die Route über den Gletscher mit einem gespannten Seil markiert. Das Gefühl diesen Gletscher zu betreten ist einzigartig – doch macht es uns auch ein bisschen wehmütig. Wir vermuten, dass der Gletscher in wenigen Jahren schon ganz verschwunden sein könnte. Schritt für Schritt bewegen wir uns vorsichtig über das bläuliche Eis des Gletschers, bevor es dann mit ein bisschen Felsblock-Kraxelei hinauf zum Grat geht. Eine wichtige Info für interessierte Bergsteiger: Während den Sommermonaten ist die Gletscherquerung in der Regel problemlos und ohne Hilfsmittel möglich. Zu Beginn und am Ende der Sommersaison empfiehlt es sich, den Hüttenwirt zu fragen, wie die aktuellen Bedingungen sind.

Unser Ziel, die pyramidenförmige Schesaplana, rückt immer näher. Über einen steilen Schotterweg führt uns der Weg über die Schesaplanascharte hinauf zum Gipfel. Kurz unterhalb des mächtigen Gipfels wird es etwas lebhafter, denn hier treffen wir auf zahlreiche Tageswanderer, die von der Totalp Hütte aufgestiegen sind. Am Gipfel angekommen, können wir es kaum fassen, wie uns dieses Bergpanorama und der Ausblick immer und immer wieder fesselt. Wir blicken nochmals zurück auf die Mannheimer Hütte und unseren gestrigen Tag, genießen die Weitsicht und machen natürlich auch noch ein Erinnerungsfoto am Gipfel.

Auch der Abstieg fordert nochmals unsere ganze Aufmerksamkeit, denn auch auf diesem Wegabschnitt ist ausrutschen absolut untersagt. Kurz vor der Totalp Hütte können wir den Duft der berühmten Topfen-Lasagne schon riechen und legen daher nochmals eine kurze Pause ein. Einmal heißt es heute noch: Aufbrechen. Wir machen uns auf, auf die letzten Meter hinunter zum Lünersee. Dieser strahlt auch heute wieder in einem tiefen Blau – einfach sagenhaft dieser Anblick. Nachdem wir nun schon einige Kilometer in den Beinen haben legen wir die letzten Höhenmeter mit der Lünerseebahn zurück.

Mit einem unglaublichen Glücksgefühl und etwas müden Beinen kommen wir am Nachmittag wieder zum Ausgangspunkt zurück. Es war eine besondere Erfahrung und eines unserer absoluten Berg-Highlights in diesem Sommer. Und das können wir jetzt schon sagen: sicher nicht unsere letzte Hüttentour im Brandnertal.

Zu den Tourendaten

Autorin: Melanie Fleisch

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