Wäldletobel: Wildbach​-​ und Lawinenverbauung

Other structure and building

Einfluss der Gebirgslandschaft auf das Verkehrswesen

Auch international gesehen ist der Einfluss der Gebirgslandschaft auf das Verkehrswesen in kaum einer anderen Region so deutlich spürbar wie im Klostertal. Besondere Herausforderungen stellten die naturräumlichen Voraussetzungen beim Bau der Arlbergbahn 1880 bis 1884 dar, mussten dabei doch zahlreiche Viadukte und Tunnel in der Routenführung angelegt werden. Während die Bahnbaujahre von keinen außergewöhnlichen Wetterereignissen geprägt waren, machte sich spätestens 1888 angesichts gewaltiger Schneemassen und zahlreicher Lawinenabgänge das Ausmaß der Gefahr bemerkbar.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ist in mehr als 130 Jahren die Wildbach- und Lawinenverbauung im Klostertal weiterentwickelt worden. An keinem anderen Ort ist dies so deutlich sichtbar wie an den Hängen oberhalb von Langen am Arlberg, besonders am sogenannten „Blasegg“. Hier befindet sich europaweit eines der bedeutendsten Gebiete und eine Art Freilichtmuseum für die Entwicklung der Lawinenverbauung, was sich in Systemen wie dem „Arlberg-Schneerechen“ zeigt. Etliche Männer aus der Gemeinde Klösterle waren einst bei der Lehnenpartie beschäftigt, deren Aufgabe im Schutz der Bahnanlagen bestand. Für diesen wurden etwa im Winter Schneedämme errichtet, während im Frühjahr und Sommer Felsen geräumt und Verbauungsmaßnahmen instandgesetzt wurden. Die naturräumlichen Voraussetzungen haben nach 1884 im Bereich von Klösterle zahlreiche Trassenänderungen mit sich gebracht. Mit dem Großtobel-Tunnel und dem Wildentobel-Tunnel wurden schon vor dem Ersten Weltkrieg weite Teile der Trasse untertunnelt. Die alte Bahntrasse dient heute als Wanderweg. Im 21. Jahrhundert erfolgte der letzte Teil mit dem Blisadona-Tunnel, womit auch die Wäldletobel-Brücke – eine Art „Wahrzeichen“ von Klösterle – heute nicht mehr befahren wird.