Armatin​-​Höhenweg: Historischer Hintergrund & allgemeine Informationen

Sonstiges Bauwerk und Gebäude

Das Galgentobel entwässert ein 7,2 km² großes Einzugsgebiet und mündet bei Bludenz in die Ill. Nach einem schweren Hochwasser 1918 begann 1919 die Verbauung zum Schutz von Bludenz und Nüziders.

Nach einer Kälteperiode im Dezember 1918 setzte ein Tauwetter mit Starkniederschlägen ein, das zu hohen Abflüssen und einer erheblichen Geschiebefracht führte. Bei diesem Hochwasser wurde das Gefahrenpotenzial für die Stadt Bludenz und Nüziders deutlich sichtbar. Aus diesem Anlass begann man im Jahr 1919 mit der Verbauung des Galgentobels. Ein erstes, größeres Projekt zur Verbauung des Baches wurde im Jahr 1920 erstellt, ein Nachtragsprojekt aus dem Jahr 1927 sah vor allem die Erweiterung der Verbauungen im Muttersbergtobel vor.

Das Muttersberg- und das Mittewaldtobel, deren Einzugsgebiete die Wände und Schutthalden der Elserspitzen und des Breithorns umfassen, sind besonders von Geschiebe betroffen. Das Gesamteinzugsgebiet des Galgentobels umfasst eine Gesamtfläche von 7,2 km². Das Rost- und das Mittewaldtobel vereinigen sich unterhalb der Elserspitzen zum Galgentobel und nehmen bei den Schwendeböden das Muttersberg- und das Armatintobel auf. Unter der Einmündung des Muttersbergtobels gelangt der Bach in eine rund 1 km lange schwer zugängliche Felsschlucht, durchfließt dann den 2 km langen Schwemmkegel und mündet schlussendlich als Galgentobel in die Ill.

Das Galgentobel mit seinen kleineren und größeren Zuflüssen entwässert somit den gesamten südlichen Abhang des Hohen Fraßens und der Elserspitzen. Auf dem ausgedehnten Schuttkegel des Galgentobels liegen heute der westliche Teil der Stadt Bludenz und der östliche Teil des Dorfes Nüziders. Seinen wenig reizvollen Namen verdankt das Tobel einer mittelalterlichen Richtstätte, welche sich östlich oberhalb der Brücke an der Alten Landstraße zwischen Bludenz und Nüziders befand.